Gelungene Architektur-Fotografie

Von Lisa Brettschneider - Di, 10.03.2015 - 13:28
Architektur Fotografie - Tipps

Hier geben wir Inspirationen für gelungene Architektur-Fotografie. Unser Grundgedanke dabei: Wie gelingt ein Foto, von dem nicht jeder sagt, dass er es schon einmal gesehen hätte?

Architektur-Fotografie in den Alltag integrieren - Die Umgebung bewusst wahrnehmen
 

Architektur-Fotografie

Wir laufen täglich an tollen architektonischen Motiven vorbei. Neben Gebäuden und Räumen zählen Straßen, Brücken, Treppen, Türen, Ornamente und andere Details von Gebäuden zur Architektur-Fotografie. Häufig gehen diese im Alltag verloren und werden nicht wahrgenommen. Deshalb nehmen wir uns ab sofort vor: Wir nehmen unsere Umgebung bewusst wahr und schulen unser Auge um schöne architektonische Motive zu erkennen.

Einfluss von Wetter- und Licht-Verhältnisse auf Ihre Architektur-Fotos
 

Architektur Foto Wetter beachten

Wichtig sind bei der Architektur-Fotografie die Wetter- und Lichtverhältnisse. Diffuses Morgenlicht führt zu einem matten, sanften Bildergebnis, wohingegen starkes Sonnenlicht zu leuchtenden, kontrastreichen Farben führt. Streifendes Licht und weitfallende Schatten können für eine großartige Tiefenwirkung sorgen. Bei Bewölkung sind die Lichtverhältnisse meistens am optimalsten. Auch Nebel eignet sich gut: er lässt ein angenehmes, weiches Licht entstehen. Ein dramatischer Himmel kann das Motiv enorm verändern – vergleichen Sie doch einmal ein Motiv mit strahlend blauem Himmel und dunklen Gewitterwolken.

Gelungene Architektur-Fotografie: Die richtige Tageszeit finden
 

Architerkur Fotografie Blaue Stunde

Fotos bei Dämmerung oder Nacht können durch künstliches Licht und farbliche Akzente besonders eindrucksvoll sein. Für Nachtaufnahmen eignet sich die Zeit zwischen Sonnenuntergang und Dunkelheit besonders gut, die blaue Stunde. Wenn möglich, dann schauen Sie sich das ausgewählte Motiv zu verschiedenen Tageszeiten an, um den besten Zeitpunkt für ein Foto zu finden.

Nehmen Sie sich Zeit: Geduld hilft in der Architektur-Fotografie besonders
 

Wenn Sie ein Motiv gefunden haben, lassen Sie sich vor allem Zeit: gehen Sie am Motiv entlang, suchen Sie besondere Stilelemente und die beste Stelle zum Fotografieren. Lassen Sie das Objekt auf sich wirken und versuchen Sie, es zu verstehen. Das besondere an der Architektur-Fotografie ist, dass sich die Objekte nicht bewegen können. Sie können also ohne Probleme zu verschiedenen Zeiten und an unterschiedlichen Tagen fotografieren, vergleichen und sich die Zeit nehmen, die Sie brauchen. Häufig lohnt es sich darauf zu warten, dass sich die Sonne wieder zeigt oder die nächste Wolke vorbei zieht.

Die optimale Wahl von Bildausschnitt & Aufnahmeeinstellungen
 

Architektur-Foto Bildausschnitt

Da Sie die Objekte der Architektur-Fotografie nicht bewegen können, ist es besonders wichtig abstrakt und innovativ zu denken, um sich von standardisierter Fotografie abzuheben. Denken Sie anders: suchen Sie faszinierende und ungewöhnliche Sichtweisen. Es muss nicht immer das gesamte Objekt im Bild sein, manchmal ist auch eine Teilaufnahme sehr reizvoll. Aktivieren Sie an Ihrer Kamera den Bildstabilisator und achten Sie auf ausreichend Schärfentiefe, indem Sie an Ihrem Objektiv abblenden. Erhöhen Sie die Belichtungszeit und verwenden Sie ein Stativ. Ein Stativ bietet sich besonders an, da gerade bei der Architektur-Fotografie alle wichtigen Teile auch wirklich scharf sein sollten.

Linien & Details einfangen
 

Architektur Fotografieren - Linien

Wenn Sie etwas von Architektur verstehen, dann wissen Sie, wie sehr Architekten Linien und Details mögen: versuchen Sie diese in Ihren Fotos angemessen widerzuspiegeln. Ihr Objekt sollte möglichst gerade abgebildet sein. Nutzen Sie dafür die Gitternetzlinien Ihrer Kamera und achten Sie darauf, dass die senkrechten Linien des Objekts parallel zur Sensorebene verlaufen.

Den optimalen Standort wählen
 

Ihr Standort beeinflusst das Bildergebnis ungemein: durch einen ebenerdigen Standort, muss die Kamera oftmals gekippt werden um das Objekt vollständig auf das Bild zu bekommen – dadurch entstehen störende, stützende Linien. Versuchen Sie einen höheren Standpunkt zu finden, klettern Sie wenn nötig: Hauptsache die Kamera ist so gerade wie möglich auf das Objekt gerichtet. Architektur-Fotografie ist anspruchsvoll. Es kommt auf eine besondere Sichtweise und die Beherrschung der Technik an. Lassen Sie sich davon nicht abschrecken. Experimentieren Sie, stellen Sie die Dynamik der Architektur dar, versuchen Sie die Qualität einer Architektur objektiv und präzise in der Fotografie wiederzugeben.

Link-Tipp: Zur Inspiration lohnt sich ein Blick auf die Webseite des Architektur-Fotografen Andreas Muhs.

© Fotos: Jan Ole Schmidt