Hundefotografie | Tipps von Elke Vogelsang

Von Lisa Brettschneider - Mi, 03.06.2015 - 06:17
Hundefotografie | Tipps von Elke Vogelsang | WhiteWall

Wie Elke Vogelsang auf den Hund und dann zur Fotografie kam

Durch eine Erkrankung ihres Mannes fand Elke Vogelsang zur Fotografie – als Ausgleich und Entspannung. Ihre Hunde fanden sich häufig als Motive vor der Kamera. Sie begann ein Ein-Bild-pro-Jahr-Projekt, das zwei Jahre andauerte. Aus dem Hobby wurde Leidenschaft und aus der Leidenschaft ein Beruf, den sie nunmehr seit einigen Jahren erfolgreich ausüben darf. So hat vielleicht wirklich jedes Unglück auch seine guten Seiten. Ihr Mann, der wieder gesund und munter ist, steht ihr dabei unermüdlich und geduldig zur Seite. Für WhiteWall schrieb Sie diesen Artikel zur Hundefotografie. Weitere Informationen zu Elke Vogelsang finden Sie hier » elkevogelsang.com

Bild: Harbour Reflections

Meine Scout ist eine kleine Jägerin. Daher bin ich mit ihr am Wochenende gerne im Industriegebiet unterwegs, wo sie nicht zu leicht abgelenkt werden kann. Hier erkundet sie eine Pfütze, in die ich zuvor Leckerlies geworfen hatte. Die Leckerlies waren bereits vertilgt, aber sie schaute ganz versonnen weiter, was es dort so zu entdecken gab. Am liebsten fotografiere ich sie, wenn sie sich mit sich und ihrer Umwelt beschäftigt. Sie schnüffelt gerne und beobachtet alles ganz genau. Das ergibt wunderbare Motive.

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1. Die etwas andere Location

Es gibt sehr viele Menschen da draußen, die wunderschöne, technisch perfekte Fotos von Hunden präsentieren. Um sich in diesem überlaufenen Bereich abzuheben, muss man versuchen, andere Wege zu bestreiten. Es muss also nicht immer die Blumenwiese bei Sonnenuntergang sein. Warum nicht auch einmal das Tier zwischen Stahlbeton fotografieren?

2. Spiegelungen

Wenn es geregnet hat, suche ich mir flache Pfützen, um Spiegelungen zu fotografieren. Insbesondere Pfützen auf Beton haben es mir angetan. Sie sind flach und wenn es nicht windig ist, ist die Oberfläche spiegelglatt. Scout untersuchte hier das Wasser. Da sie langsam durch das Wasser tappte, war das Wasser weiterhin unbewegt.

3. Ton in Ton

Das Bild ist in Farbe, wirkt jedoch fast monochrom. Der fast schwarzweiße Hund hebt sich vor der schwarzweißen Wand durch die geringe Tiefenschärfe dennoch gut ab.

4. Bewegung in der Stille

Das Bild zeigt eine recht stille Szene, dennoch verleiht die geschwungene Körperhaltung des Tieres und das Detail des hochspritzenden Wassers an der Pfote dem Bild Dynamik.

5. Symmetrie

Der mittige Horizont betont die Symmetrie, die auch durch die Begrenzung der Steine einen statischen Grundaufbau des Bildes liefert. Der geschwungene Körper des Hundes bietet einen schönen Gegensatz hierzu.

Technische Daten

Kamera: Canon EOS 5D Mark III Objektiv: Canon EF 70-200mm 2.8L IS II USM Brennweite: 142 mm ISO: 100 Nachbearbeitung: Korrekturen in der Struktur des Hintergrundes

Und hier noch ein paar allgemeine Tipps zur Hundefotografie:

  • Fotografieren Sie das Tier möglichst auf Augenhöhe.
  • Die Augen des Tieres sollten scharf abgelichtet werden und Lichtpunkte enthalten.
  • Lassen Sie mehr Platz in Blickrichtung.
  • Vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung von oben.
  • Das Foto sollte sich auf das Wesentlich konzentrieren.
  • Üben Sie sich in Geduld und werden Sie nicht hektisch.
  • Gängeln Sie ein Tier nie für ein Foto.
  • Versuchen Sie, die Eigenarten eines Tieres einzufangen.

Das Bild “Harbour Reflections” erhielt eine Auszeichnung durch den bekannten Hundefotografen William Wegmann (ja, der mit den Weimaranern) und wurde in einer Ausstellung in Los Angeles gezeigt.

Images, Text: Elke Vogelsang