Professionelle Pferdefotografie - 8 Tipps von Martin Buschmann

Von Andrea Bruchwitz - Mo, 24.07.2017 - 15:17
Pferde fotografieren - Pferdefotografie lernen
© Martin Buschmann

Martin Buschmann ist in den Südwesten Englands gereist, um eine der letzten Wildpferd-Populationen Europas zu fotografieren. Der Profifotograf hat zwei Wochen im
Exmoor Nationalpark mit den Pferden verbracht und dort magische Momente festgehalten. Hier verrät er wertvolle Tipps rund um das Thema „Pferdefotografie“.

Tipp 1: Den Lebensraum der Pferde erkunden

„Ich hatte das Glück, gemeinsam mit dem Tierfilmer Marc Lubetzki durch England zu reisen. Er war schon einige Wochen vor mir im Exmoor und wusste ganz genau, wo sich die Wildpferde aufhielten“, sagt der Fotograf.

Der Profifotograf hat zwei Wochen im Exmoor Nationalpark verbracht und dort magische Momente festgehalten.
© Martin Buschmann

In der Nähe von Pferden sollte man sich leise und bedächtig verhalten – schreckhafte Bewegungen und laute Geräusche vertreiben die hochsensiblen, wildlebenden Tiere.

Tipp 2: Die optimale Ausrüstung für gelungene Pferdefotos

„Ich benutze gerne ein Einbeinstativ. So bleibe ich einerseits flexibel und kann andererseits meinen Standpunkt schnell variieren und explizit im Telebereich die Verwacklungsunschärfe reduzieren“, sagt Martin Buschmann. Zudem lohne es sich, in einen guten Kamerarucksack zu investieren. Damit kann man sich frei in der Natur bewegen und den Tieren mehrere Kilometer hinterherlaufen.

Tipp 3: Bei Tierfotografien auf den Hintergrund achten

Pferdefotografie ist eine wahre Herausforderung: Durch die komplexe Statur der Tiere sollte man auf komplizierte Bildkompositionen und störende Elemente im Hintergrund verzichten. Der Bildaufbau ergibt sich aus den fließenden Bewegungen der Pferde.

Pferdefotografie ist eine wahre Herausforderung
© Martin Buschmann

Tipp 4: Die richtige Perspektive finden

Der Profifotograf rät dazu, möglichst viele Bilder zu machen und im Nachhinein eine engere Auswahl zu treffen. Dabei könne das gleiche Motiv aus unterschiedlichsten Perspektiven festgehalten werden: „Hochformat, Querformat, variierende Aufnahmeabstände, Bewegungsunschärfe und verschiedene Hintergründe… der Fantasie sind bei der Kameraperspektive keine Grenzen gesetzt.“

Tipp 5: Mit der passenden Kamera Pferde perfekt inszenieren

„Reizvoll bei der Tier- und Landschaftsfotografien sind hohe Kontraste. Ich benutze die Sony Kameras der Serie alpha 7, die ihre Stärken in den hohen ISO-Bereichen voll ausspielen. Die alpha 7S II eignet sich hervorragend zum Filmen in 4K Qualität.“ Buschmann empfiehlt eine Kamera mit vielen Wechselobjektiven, um vom Weitwinkel- bis zum Telebereich alles abzudecken.

Tipp 6: Gelungene Pferdebilder mit der richtigen Kameraeinstellung

„Wenn Pferde galoppieren, gibt es einen bestimmten Moment, um die ‚schwebende‘ Hufstellung festzuhalten – genau dieses Bild erreicht man nur mit einer sehr hohen Bildfolge“, sagt der Experte. Daher sollte man möglichst viele Bilder hintereinander machen – die neuen Kameras können mehr als 10 Fotografien pro Sekunde erstellen. „Zudem ist ein schneller Autofokus notwendig, da wir es mit unvorhergesehenen Richtungswechseln zu tun haben.“

Wenn Pferde galoppieren, gibt es einen bestimmten Moment, um die ‚schwebende‘ Hufstellung festzuhalten
© Martin Buschmann

Tipp 7: Die passende Tageszeit wählen für faszinierende Pferdefotos

Beim Fotografieren im Freien ist man auf natürliches Licht angewiesen. Die besten Aufnahmen entstehen bei frühem Morgenlicht oder in der untergehenden Abendsonne. „Der schönste Moment meiner Reise war, als der Leithengst der Herde auf einem Hügel vor der untergehenden Sonne posierte. Die Stimmung an diesem Abend war mein persönliches Highlight.“

Die besten Aufnahmen entstehen bei frühem Morgenlicht oder in der untergehenden Abendsonne.
© Martin Buschmann
Der schönste Moment meiner Reise war, als der Leithengst der Herde auf einem Hügel vor der untergehenden Sonne posierte.
© Martin Buschmann

Tipp 8: Mit Geduld zur perfekten Pferdefotografie

Pferde sind durch ihren natürlichen Fluchtinstinkt immer in Bewegung. Man muss sich auf den Rhythmus der Tiere einlassen und viel Zeit mit ihnen verbringen – Hektik und Ungeduld sind fehl am Platz. Buschmann hat mit seinem feinen Auge atemberaubende Fotografien erschafft. Der Profifotograf wurde von Sony auserkoren, mit dem
Alphaddicted-Koffer zu reisen. Der prestigeträchtige Fotokoffer wird von verschiedenen Fotografen um den Globus getragen und enthält Equipment im Wert von über 20.000 Euro.
Martin Buschmann spezialisiert sich auf Travel, Wildlife & Landscape Photography und bietet zu verschiedensten Themen Workshops & Reisen an. Buschmann arbeitet für internationale Werbeagenturen, Redaktionen und Reiseveranstalter, seine Werke waren auf zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen.

Mehr Informationen gibt es auf www.my-reisefotografie.de.

Extra-Tipp: Für Ihr nächstes Pferde-Foto empfehlen wir Ihnen eine Kaschierung als Foto hinter Acrylglas!