Porträtfotografie: 10 Tipps von Barbara Bordnick

Von Andrea Bruchwitz - Di, 12.12.2017 - 13:54
 Portraitfoto Barbara Bordnick
Claude de Leusse © Barbara Bordnick

 
In der Weihnachtszeit gibt es viele Anlässe, um sich der Porträtfotografie zu widmen. Die winterliche Landschaft ist ein wirkungsvoller Hintergrund, um Freunde oder Familienmitglieder in Szene zu setzen. Ob Kamera oder iPhone, WhiteWall Ambassador Barbara Bordnick verrät die besten Tipps für schöne Porträts. 

1. Gute Porträtfotos leben von Interaktionen
 

„Das Modell sollte immer mit etwas beschäftigt sein – geben Sie direkte Anweisungen oder verwenden Sie verschiedene Accessoires während des Shootings", rät Barbara Bordnick. „Kleine Hilfsmittel wie ein antiker Stuhl, eine Wand zum Anlehnen oder ein Bücherstapel wirken wahre Wunder. Dadurch wird die Fotografie lebendiger und für den Betrachter interessanter.“

2. Einen Assistenten suchen für perfekte Porträtfotos
 

„Engagieren Sie einen Assistenten! Bitten Sie ein Familienmitglied, einen guten Freund oder ein Kind um Hilfe. Es ist eine enorme Erleichterung, wenn jemand dem Modell das Haar zurechtlegt, Gegenstände arrangiert oder kleine Hilfstätigkeiten übernimmt", sagt die Expertin. 

„Der Assistent sorgt dafür, dass die Verbindung zwischen Ihnen und dem Modell bestehen bleibt. Haben Sie keine Bedenken, ein Kind einzubeziehen: Es wird durchgehend beschäftigt sein und sich für einen wichtigen Teil des künstlerischen Prozesses halten.“

3. Reflektoren benutzen – oder ein weißes Stück Pappe
 

Barbara Bordnick arbeitet mit Reflektoren: „Weiße Reflektorkarten erhellen das Motiv und beseitigen unnötige Schatten. Wer keinen professionellen Reflektor im Repertoire hat, kann ein weißes Stück Pappe oder ein Blatt Papier verwenden. Halten Sie den Reflektor in unterschiedlichen Winkeln ins Licht, um den Lichteinfall zu testen – oder bitten Sie das Modell darum, sich etwas zu bewegen. Wenn Sie genauer hinsehen, werden Sie das zusätzliche Licht und seine Wirkung wahrnehmen.“

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4. Beleuchtung in der Porträtfotografie: Mit weichem Licht arbeiten
 

„Wenn Sie einen Blitz verwenden – wovon ich generell abrate – sollten Sie einen Taschentuch-Zipfel über dem Blitzlicht befestigen. Mit diesem Trick verteilt sich das Licht gleichmäßiger und wird weicher, zudem entstehen keine harten Schatten. Sie können das Taschentuch ganz einfach mit Klebeband fixieren. “

5. Wichtig für Porträtfotografen: Auf die eigene Intuition hören
 

Welche Beziehung haben Sie zu Ihrem Modell? Ist es ein enger Freund, ein Familienmitglied oder ein Mensch, den Sie zum ersten Mal sehen? Fangen Sie den Charakter ein und zeigen Sie Ihre eigene Wahrnehmung der Person. Barbara Bordnick kennt einen Trick: „Wenn Ihr Gegenüber bestimmte Hobbys hat, etwa eine Schwäche für schmackhafte Gerichte oder eindrucksvolle Gemälde hat, können Sie dies ins Shooting einfließen lassen.“

6. Beim Shooting locker bleiben
 

Wie bringt man sein Modell dazu, sich zu entspannen? Das ist ganz einfach – indem man selbst Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt. Die Profifotografin rät: „Genießen Sie die Arbeit miteinander und zeigen Sie, dass Sie Freude daran haben. So wird sich das Modell von ganz alleine entspannen - in einer solchen Atmosphäre entstehen die besten Bilder.“

7. Die Kamera ruhig halten
 

Viele Menschen nutzen mittlerweile keine Kompaktkamera mehr, sondern ihr Smartphone – eine praktische Alternative. Allerdings kann die Aufnahme bei wenig Licht leicht verwackeln und unscharf werden. Bordnick empfiehlt den GorillaPod - ein kleines Stativ, das man durch flexible Greifarme fixieren kann: „Wenn Sie eine Kompaktkamera oder eine Spiegelreflexkamera verwenden, können Sie auch ein günstiges Tischstativ verwenden. Es ist wie ein professionelles Stativ konstruiert, kann aber einfach auf die Tischplatte gestellt werden.“

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8. Das richtige Objektiv verwenden
 

Für die Wahl des Objektivs sollte die Bildgestaltung bedacht werden: Je geringer der Abstand zum Modell und desto länger die Brennweite, desto unschärfer wird der Hintergrund. Bei einem klassischen Kopfbild sind längere Brennweiten besser geeignet. 

Wenn Sie ein szenisches Porträt mit Umgebung festhalten wollen, können Sie durchaus ein leichtes Weitwinkelobjektiv einsetzen. 

9. Eindrucksvolle Porträtfotografien in Schwarz-Weiß
 

Starfotografen wie Peter Lindbergh halten ihre Modelle gerne in Schwarz-Weiß-Tönen fest. Lindbergh ist der Meinung, eine farblose Darstellung lasse den Betrachter direkt in die Seele des Menschen schauen.

Experimentieren Sie mit Schwarz-Weiß-Aufnahmen und zeigen Sie Ihre Werke! Dafür ist klassisches Barytpapier optimal geeignet - es wird traditionell entwickelt. Barytpapier hat eine klassische Struktur und einen seidigen Glanz.

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10. Noch mehr Möglichkeiten: Porträtfotos ausdrucken
 

Lassen Sie Ihre Bilder nicht auf Ihrem Smartphone, Ihrer Festplatte oder einer SD-Karte in Vergessenheit geraten. Jeder Mensch hat mindestens eine Lieblingsfotografie mit einer besonderen Bedeutung. Hängen Sie dieses Werk in Ihr Zuhause oder machen Sie jemandem eine Freude damit.
 

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Mehr Informationen zu Profifotografin Barbara Bordnick und ihren Werken gibt es auf ihrer Website.

Andrea Bruchwitz