Die Faszination Indiens: Fotoausstellung „Reflections of India“ in Halle

Von Andrea Bruchwitz - Do, 20.07.2017 - 15:17
Manfred-Paul-reflections-of-india
 © Manfred Paul
 

Indien ist das Land der schillernden Gegensätze: Zwischen jahrtausendealten Traditionen und religiösen Bräuchen entsteht durch die voranschreitende Technologisierung ein neuartiger Ästhetikbegriff – daraus resultiert eine ungebrochene Faszination für Künstler. Das Kunstmuseum Moritzburg rückt Indien nun in den Fokus und zeigt ab dem 24. Juli die Sonderausstellung Reflections of India. Darin sind zeitgenössische Werke von drei Fotografen aus Deutschland und den USA zu sehen, darunter der LUMAS Künstler André Wagner.

André Wagner reist für seine gewaltigen Motive rund um den Globus © André Wagner

Wagner ist seit 2004 mehrmals nach Indien gereist und hat dort mit seiner Kamera einzigartige Momente festgehalten. Die farbenprächtigen Fotografien führen in einen kulturellen Grenzbereich, in dem sich die traditionelle Prägung der Gesellschaft mit der Gegenwart verbindet. Der Künstler weist durch seine großformatigen Werke auf den Tiefgang der indischen Mystik hin und zeigt ihren Einfluss bis zum heutigen Tage.

Wagner ist seit 2004 mehrmals nach Indien gereist und hat dort mit seiner Kamera einzigartige  Momente festgehalten © André Wagner

André Wagner ist für seine Kunstwerke schon rund um den Globus gereist, besonders die Länder Indien, Neuseeland und Japan haben ihn zu beeindruckenden Fotografien inspiriert. Im Jahr 2016 ist der Künstler durch japanische Bambuswälder gefahren und hat abertausende Kilometer zurückgelegt, um die zartfarbenen Gewächse zu fotografieren. Durch seinen effektvollen Umgang mit Licht gelingt es Wagner, seine Fotografien mit besonderen Inhalten aufzuladen. Dabei nutzt er Langzeitbelichtungen oder spezielle Blickwinkel, um „mit Licht zu zeichnen“, wie Wagner es selbst formuliert. Der deutsche Fotograf Manfred Paul präsentiert mit einem sensiblen fotografischen Auge eine andere Seite von Indien. Seine präzise komponierten Schwarz-Weiß-Fotografien zeigen das Leben auf der Straße und in ländlichen Gegenden, unverklärt und menschlich zugleich. Die Fotografien stammen aus dem Jahre 1989 und werden im Rahmen der Ausstellung
Reflections of India erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Der deutsche Fotograf Manfred Paul zeigt mit seinem sensiblen fotografischen Auge eine andere Facette von Indien © Manfred Paul

In Reflections of India spielen die ausgestellten Künstler mit bestehenden Klischees – die in New York lebende Fotografin Manjari Sharma inszeniert diese sogar für ihre Werke. Ihre Serie Darshan zeigt mythische Gottheiten: Sharma adaptiert die religiöse Bildästhetik und lässt jahrtausendealte Urbilder vor aufwändig gestalteten Kulissen auf die Ästhetik des modernen Zeitalters treffen.

Sharma adaptiert die religiöse Bildästhetik für ihre Werke © Manjari Sharma

Begleitend zu den Fotoserien von André Wagner, Manfred Paul und Manjari Sharma werden in der Ausstellung historische Aquatinta-Radierungen von indischen Heiligtümern gezeigt. Zudem können die Besucher traditionellen Schmuck sowie die Figur Buddha Amitayus betrachten, die ebenfalls zum ersten Mal öffentlich ausgestellt wird.

Es werden historische Aquatinta-Radierungen von indischen Heiligtümern zu sehen sein © Kunstmuseum Moritzburg
Zudem können die Besucher traditionellen Schmuck sowie die Figur Buddha Amitayus betrachten © Kunstmuseum Moritzburg

Das Kunstmuseum Moritzburg in Halle zählt zu den bedeutendsten Museen in Mitteldeutschland. Die Ausstellung eröffnet am 24. Juli und wird ab dem 24. November in abgeänderter Form in der Berliner
Galerie Westphal zu sehen sein. Weitere Informationen zur Ausstellung gibt es hier.


Kunstmuseum Moritzburg Friedemann-Bach-Platz 5 06108 Halle (Saale) Öffnungszeiten: Montag - Sonntag, 10 - 18 Uhr Mittwochs geschlossen