Street Fotografie

Von Lisa Brettschneider - Mi, 25.02.2015 - 16:34
Street Fotografie | WhiteWall

Egal wo wir gerade sind, wir lieben es Fotos zu machen. Wir experimentieren und sind neugierig. Meistens drücken wir einfach auf gut Glück den Auslöser. Ideen haben wir überall und schöne Augenblicke erleben wir ständig, öfters sogar in den alltäglichsten Situationen. Wir wollen hiermit Inspirationen geben, um die besonderen Momente des Alltags noch schöner festhalten zu können. Unser Grundgedanke dabei: Wie gelingt ein Foto, von dem nicht jeder sagt, dass er es schon einmal gesehen hätte? Das Leben findet draußen statt: überall dort wo Leben ist, ist Fotografie auch nicht weit. Der Versuch das Alltagsleben mit allen Emotionen einzufangen übt Faszination aus. Der wichtigste Faktor bei der Street-Fotografie ist die Zeit. Zeit für den Moment und das Motiv. Beobachten Sie Menschen, suchen Sie nach spannenden Interaktionen zwischen Menschen und Dingen und seien Sie vor allem geduldig. Ein gutes Foto entsteht dann, wenn der Moment echt ist, wenn Emotionen zu erkennen sind, wenn es vielleicht sogar nicht verständlich ist, was zu sehen ist. Um ein gutes Street-Foto zu bekommen ist es wichtig sich unauffällig zu verhalten und sich zu integrieren. Je näher man im Kontakt mit den Objekten ist, desto besser. Im Optimalfall ist man nicht weiter als einen Meter entfernt. Die Street-Fotografie lebt vom Kontakt mit den Menschen, also suchen Sie am besten nach besonders belebten Orten. Suchen Sie sich einen guten Standort, gehen Sie in die Menschenmenge, verhalten Sie sich natürlich und warten Sie den richtigen Moment ab. Wenn Sie eine Person oder Situation besonders spannend finden und fotografieren möchten, dann machen Sie das ohne lange darüber nachzudenken und lassen Sie sich nicht von negativen Reaktionen abschrecken.

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Street-Fotografie picsastock.com/DaveJonCole

Ihr Ziel ist es, den entscheidenden Augenblick festzuhalten. Jedes Motiv in der Street-Fotografie ist neu und wurde noch nie zuvor fotografiert. Street-Fotografie ist spontan und darf niemals geplant werden. Haben Sie Ihre Kamera am besten immer dabei, griffbereit und suchen Sie gezielt nach interessanten Situationen. Machen Sie sich vor dem Fotografieren Gedanken darüber, wohin Sie wollen und was genau Sie erreichen möchten: so haben Sie einen bewussteren Blick und nehmen Zielobjekte viel häufiger wahr. Das Sehen und Erkennen von besonderen Situationen ist in der Street-Fotografie grundsätzlich wichtiger, als die Kamera mit der fotografiert wird. Die Kombination von auffälliger Architektur mit persönlichen Geschichten von Menschen stellt eine spannende Mischung dar. Experimentieren Sie mit interessanten, alternativen Blickwinkeln. Indem Sie die Kamera nicht direkt auf Kopfhöhe halten, sich setzen oder auf den Boden legen, können Sie Fotos mit außergewöhnlichen Perspektiven machen. Die Bildgestaltung ist unheimlich wichtig um sich von standardisierten oder langweiligen Fotografien zu unterscheiden. Bewegungsunschärfe lässt Ihre Aufnahmen besonders dynamisch wirken: Menschen an belebten Orten, die vorbeieilen und durch eine längere Belichtungszeit verwischen, sind ein tolles Stilelement.

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Der AE-Modus eignet sich in der Street-Fotografie besonders gut, da die Balance zwischen Belichtungszeit und Blende automatisch ermittelt wird. Oftmals ist für eine manuelle Einstellung sowieso keine Zeit, denn schließlich müssen Sie schnell reagieren. Da Augenblicke, Interaktionen flüchtig sind und oftmals nicht vorhergesehen werden können, empfiehlt es sich, die Serienbildfunktion einzustellen und viele Fotos hintereinander zu schießen. Bei der Nachbearbeitung von Street-Fotos sollte puristisch vorgegangen werden. Häufig wird die monochrome Darstellung gewählt, damit Farben nicht vom eigentlichen Motiv ablenken. Der Inhalt des Fotos darf in der authentischen Street-Fotografie niemals verändert werden. Lassen Sie das Foto so echt wie möglich: jeder Betrachter soll die Situation mit allen Sinnen sehen, hören und spüren können. Grundsatz der Street-Fotografie ist es, sich von Gefühlen und Erfahrungen leiten zu lassen. Das Ziel sollte es sein, im schnellen Tempo des Alltags, überflutet von unzähligen Reizen, einen besonderen, authentischen Moment festzuhalten. Tolle Inspirationen bieten uns die Street-Fotografen Guido Steenkamp und Roman Tripler. Beiden gelingt es unglaublich gut, mit kleinen Ausschnitten der Wirklichkeit, ein Gefühl für das Große zu vermitteln.