WhiteWall: 1-millionste Bestellung | Im Interview: Peter Frank

Von Claudia Haevernick - Mi, 24.02.2016 - 17:31
WhiteWall: 1-millionste Bestellung | Im Interview: Peter Frank | WhiteWall

In seinem Labor in Frechen hat der Fotodienstleister WhiteWall am Montag, den 15. Februar, seinen 1-millionsten Besteller begrüßt: Der freiberufliche Fotograf Peter Frank erhielt so die Möglichkeit, die Produktion eines Motivs seiner Wahl vor Ort mitzuverfolgen. Im Interview spricht er über seine Eindrücke bei der Laborführung, seine enge Verbindung zur afrikanischen Kultur und verrät, wie er bei seinen Aufnahmen vorgegangen ist.

Hallo Peter, zunächst einmal Grundsätzliches: Wie bist du zur Fotografie gekommen und was begeistert dich am meisten daran? Während meines Studiums zum Diplom-Designer an der FH Bielefeld, habe ich mich für die Fotografie entschieden, weil es dort spannende Projekte gab und mir die Möglichkeit gefällt, mit der Fotografie Emotionen zu transportieren und Kunst oder Dokumentationen zu erschaffen.

© Peter Frank/ Sangoma „Gumede“

Wir haben soeben die Produktion eines deiner Sangoma-Motive als HD Metal Print verfolgt. Wieso hast du dich gerade für dieses Motiv entschieden und wie zufrieden bist du mit dem Ergebnis? Das Bild von Sangoma „Gumede“ bringt die Erinnerungen an mein Treffen mit dem Heiler wieder hervor: Wie er mich dort in seiner „Heilerhütte“ Ndumba empfangen hat, mit all seinen Hilfsmitteln, Kräutern und Arzneien. Wenn ich das Bild anschaue, spüre ich die Kraft und Spiritualität dieses stolzen Sangomas. Die Stimmung in der dunklen Hütte habe ich durch eine spezielle Beleuchtungstechnik „eingefangen“ und erhöht. Und genau dieses Licht und die Wahrnehmung wird durch den brillanten HD Metal Print ideal wiedergegeben! Viel Schwärze, viel Farbe und ein fast räumliches Empfinden. Welche Eindrücke nimmst du aus dem WhiteWall Labor mit und wie hat dir die Führung gefallen? Ich war erstaunt, dass dieses eine Labor für alle Bestellungen weltweit die Produktion übernehmen kann. Das wird durch die motivierten Mitarbeiter und die eigenen Maschinen erst möglich – wie ein Uhrwerk laufen dort alle Produktionsschritte ab. Ich mochte die technische Seite der Produktion und habe einiges darüber erfahren. [foogallery id="10199"] Deine Fotoreihen „Sangomas“ und „Superheroes“ sind beide in Südafrika entstanden und wurden in Kapstadt ausgestellt. Was verbindet dich mit dem Land und diesen Projekten? Durch meine vielen Fotoreisen nach Südafrika habe ich das Land und die Menschen kennen und lieben gelernt: Ein Traum für Fotografen, mit tollem Licht und vielen Motiven. Ich habe mir ein freies Thema gesucht, das nicht mit den typischen Bildern spielt, sondern wirklich die Seele Südafrikas zeigt. Die Sangomas sind sehr prägend für ihr Land und werden nur von Einheimischen besucht. Mit meinen Aufnahmen möchte ich etwas von der mystischen Stimmung und Kraft transportieren, die die Sangomas umgeben. Die Motive der Serie „Superheroes“ sind immer aus dem Moment heraus entstanden, ohne die Kinder vorher zu „casten“ oder etwas abzusprechen. Es sollte die Spontanität und die Power gezeigt werden – eben kleine Superhelden.


Superheroes in der Bildergalerie:

[foogallery id="10193"] Bleiben wir kurz bei den "Superheroes": Wieso die Masken und wie kam es dazu? Die Idee kam mir in einem Spielzeugladen, in dem ich Deko für ein Shooting kaufen wollte. Ein kleiner Junge war fasziniert von einer Star Wars Maske. Und ich dachte über die ursprüngliche Bedeutung von Masken in Afrika nach – verglichen mit Masken aus heutigen Kinderserien wie Spiderman, Power Rangers oder Star Wars. Bei Shooting erkannten die Kinder die Figuren beziehungsweise ihren Charakter sofort, wählten eine Maske aus und legten los. Je nach Alter und Temperament zeigten sie vor der Kamera Power-Gesten, nahmen Kampfposen ein, machten Sprünge oder bleiben einfach stehen, lehnten sich an Geschwister oder den Spielkamerad und blickten zurück. Alle „Superheroes“-Aufnahmen sind spontan und ohne Vorbereitungen entstandenen. Sie zeigen Kraft, Fantasie und eine Portion Übermut, um etwas zu wagen.

Deine Sangomas-Motive sind besonders farbintensiv und außergewöhnlich belichtet. Wie bist du bei diesen Aufnahmen vorgegangen und welches Equipment hast du benutzt. Für mich gab es eine sehr wichtige Entscheidung für das Equipment: Ich benötigte eine Beleuchtung die möglichst klein und leicht ist, da ich auch durch den Busch laufen musste , die aber trotzdem die Möglichkeit bietet, sehr punktuell in dunklen Räumen zu belichten. Nach einigen Übungen zu Hause habe ich mich für eine starke LED-Taschenlampe entschieden! Damit habe ich die richtige Wahl getroffen: Die Motive sehen nicht „geblitzt“ oder künstlich aus, man fragt sich aber, welche Technik verwendet wurde. Mit einer Hasselblad auf einem Stativ, einem Fernauslöser und der Taschenlampe bin ich durch die Hütte gegangen und habe beleuchtet, was ich zeigen wollte.


Sangomas in der Bildergalerie:

[foogallery id="10195"] Wer oder was inspiriert dich bei der Arbeit, beziehungsweise woher kommen die Ideen für deine Motive? Die Ideen entstehen, wenn du ganz „nah“ an den Menschen bist. Als Fotograf habe ich meist kommerzielle Aufträge und immer Kontakt zu „Locals“. Durch Gespräche entstehen dann die Ideen:„Was ist eigentlich ein Sangoma? Wir können einen besuchen...“ Das Land Südafrika wird jeden Fotografen inspirieren! Was ist deiner Meinung nach ausschlaggebend, um in der Fotografiebranche „erfolgreich“ zu sein? Man sollte neben der Leidenschaft immer Neues entdecken und viel Erfahrung mit Technik und Kunden mitbringen. Auch die Selbstvermarktung im Web wird immer wichtiger und verlangt viel Zeit und Arbeit für das Portfolio und die Akquise.

kk © Leon Oosthuizen/ Youngblood Gallery, Kapstadt

Was planst du künftig für Projekte? Das Projekt Sangoma hat sich weiter entwickelt als ich anfangs dachte. Es gab schon zwei Ausstellungen in Museen in der Schweiz und in Österreich. Durch die Vertiefung mit dem Thema, plane ich noch eine weitere Fotoreise durch Südafrika. Bisher habe ich 24 Heilerinnen und Heiler getroffen und fotografiert. Für einen Bildband möchte ich nun systematisch die elf großen ethnischen Gruppen in Südafrika besuchen und mindestens 100 Heiler dokumentieren. Auf diese Weise wird ein künstlerisches Werk der Heiler-Tradition in Südafrika entstehen, erzählt und durch diese beeindruckenden Persönlichkeiten, die noch heute in den Traditionen leben, in die Gegenwart getragen.

© Sebastian Drolshagen,  www.eure.photos, WhiteWall.com

Peter Frank ist freiberuflicher Fotograf aus Düsseldorf. Sein Talent für Bildsprache und Komposition entdeckte er während seines Studiums der Malerei an der FH Köln. Er vertiefte diese Fähigkeiten anschließend durch ein Fotografiestudium an der Universität Bielefeld. Seit 1988 betreibt er ein Foto-Studio in Düsseldorf.