WhiteWall Magazin

Kreative Naturfotos

Foto eines Palmenblatts

Fotos von blühender Natur bei grauem, kaltem Wetter? Palmen- und Gewächshäuser sind erstklassige Foto-Locations. Oder Sie machen es sich zu Hause bequem. Mit unseren Tipps und Tricks gelingen Ihnen im Nu beeindruckende Bilder.

Text: Florian Schuster; Fotos: Ed Godden, Richard Suiters

Original

Unbearbeitet sieht man zwar schon, dass es ein interessantes Motiv ist, es wirkt aber langweilig und flach.

Ganz fix

Lassen Sie mit einer Anpassung per Gradationskurve oder Tonwertkorrektur die Sonne im Bild scheinen.

Die meisten Aufnahmen von Pflanzen brauchen keine Natur drum herum: Wenn man draußen fotografiert, versucht man ohnehin, den Hintergrund unscharf zu bekommen, lenkt das natürliche Sonnenlicht per Reflektor um oder verwendet einen Blitz. Warum also nicht gleich das Shooting nach drinnen verlagern, wo Sie vom Wetter unabhängig sind?

Für ein Pflanzen-Shooting brauchen Sie nicht einmal viel Equipment: Im Prinzip geht das mit jeder Kamera, auch die Kit-Optik Ihrer SLR reicht völlig aus. Viel wichtiger ist ein wenig Vorstellungskraft, welches Detail aus dem wuchernden Grün eines Gewächshauses sich für ein Foto eignet. Wir haben einige Motive zusammengestellt und geben Tipps, wie Sie ihnen zu noch mehr Wirkung verhelfen – zum Beispiel mit einem „entfesselt“ eingesetzten Aufsteckblitz oder einem simplen weißen Bastelkarton aus dem Schreibwarenhandel. Linse beschlagen? Shooting planen! Wer von draußen ins Tropenhaus kommt, muss damit rechnen, dass seine Kamera erst einmal beschlägt. Drehen Sie deshalb zu Anfang erst einmal eine Runde mit der Kamera über der Schulter und suchen Sie lohnenswerte Motive.

Scharf

Eine ganz gute Aufnahme – allerdings wirkt der Hintergrund noch etwas unordentlich. Da lohnt es sich, einen anderen Hintergrund auszuprobieren.

Keine Angst vor Schatten

Nicht immer sind die interessantesten Pflanzen in einem Gewächshaus auch ordentlich beleuchtet. Lassen Sie sich davon aber nicht täuschen: Das ebenmäßige Licht des Schattens ist nicht unbedingt ein Nachteil. Ein leichtes Aufsteilen der Belichtung in Photoshop gibt den Bildern später den gewünschten „Knack“. Wer vom Stativ aus mit niedriger ISO und in RAW fotografiert, bekommt trotz wenig Licht die beste Bildqualität.

Manuell

Regeln Sie die Stärke des Blitzes manuell herunter – entweder direkt am Blitz oder in der Kamera, das ist je nach Modell unterschiedlich.

Wenig Licht im Griff

Selbst wenn man daheim am Fenster oder in einem verglasten Gewächshaus fotografiert: Manchmal reicht das Licht für Aufnahmen aus der Hand einfach nicht aus; in diesem Fall störten die Schatten der größeren Gewächse. Damit die Blüte nicht ungleichmäßig beleuchtet wird, haben wir zusätzlich von oben abgeschattet. Statt nur einfach die ISO-Empfindlichkeit zu erhöhen, um Verwacklungen zu vermeiden, sollte man besser mit Stativ arbeiten. Ob man nun den Selbstaus­löser aktiviert oder mit Kabelauslöser arbeitet, beide Methoden verhindern, dass man beim Auslösen die Kamera minimal erschüttert und so das Bild schließlich doch verwackelt.

Entfesselt blitzen

Blitzt man zum Beispiel ein Blatt aus kurzer Entfernung frontal von vorne an, riskiert man einen sichtbaren Glanz und überbelichtete Stellen – der Blitzeinsatz wird offensichtlich und macht das Bild unbrauchbar. Mit einem kabellos oder per Blitzkabel angesteuerten Blitz ist aber auch eine gezielte Beleuchtung von hinten kein Problem. Ist das Blatt nicht zu „fleischig“, bringt das durchscheinende Licht viele Details zum Vorschein und lässt das Foto noch abstrakter wirken. Experimentieren Sie ein wenig mit der Belichtung, der Position des Blitzgerätes (auch mal von schräg oben probieren!) und dem Abstand zum Motiv.

Perfekt

Etwa 50 Zentimeter Abstand zum Blatt waren in diesem Fall ideal, nachdem die Leistung des Blitzes etwas heruntergeregelt wurde.

Blätter

Am besten zu zweit

Wenn einer fotografiert und der andere mit Blitz und Hintergrund assistiert, ist solch eine Aufnahme schnell im Kasten.

Zusammenarbeit

Mit Licht und Schatten spielen

In der Regel versucht man als Fotograf, beim Blitzen Schlagschatten zu vermeiden. Bei Still-Life-Aufnahmen kann aber gerade der Schatten einem Bild mehr Aussagekraft verleihen. Das Gute ist: Für solche Stillleben braucht man keinen aufwendigen Lichtaufbau oder gar ein Fotostudio. Setzen Sie einfach die gleiche Technik ein wie bei den von hinten beleuchteten Blättern. Nur kommt hier der entfesselte Blitz von unten und ein weißer Hintergrund (zum Beispiel ein simpler Zeichenkarton) wird hinter die Blüte gehalten. Auch hier ist ein wenig Ausprobieren nötig, um die perfekte Blitzintensität und einen optimalen Schattenwurf hinzubekommen.

Offene Blende, kein Blitz

Versuchen Sie eine sehr ähnliche Aufnahme einmal ohne Blitz und mit weit geöffneter Blende (kleine Blendenzahl). Bei diesem Bild kam ein 60-Millimeter-Makro mit Blende 3,5 zum Einsatz, fokussiert auf den Stempel der Blüte. Die Kombination aus kurzer Aufnahmedistanz und offener Blende sorgt für eine geringe Schärfentiefe, was die angenehme und subtile Wirkung des Bildes ausmacht. Der weiße, durch die Belichtung sanft-graue Hintergrund lässt die fein abgestufen Farbtöne leuchten.Ein echtes Fine-Art-Foto.

Blumen Chip

Gleiches Licht

Der Blitz von unten und der weiße Hintergrund geben dem Bild etwas Besonderes. Ohne den Hintergrund und den Schattenwurf wirkt die Aufnahme nur wie ein belangloser Schnappschuss.

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